Über Taiko

Mit "Taiko" werden grundsätzlich zwei Dinge bezeichnet: zum einen die Taiko-Trommel selbst, und zum anderen das Spielen auf der japanischen Trommel, also die Musikform.

 

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Die Taiko hat in Japan eine über 2000 Jahre alte Tradition. Anfangs wurde die Taiko nur zu religösen oder kulturellen Zwecken, z. B. im Tempel oder bei Hoffesten eingesetzt. Später wurde sie dann auch zu anderen Zwecken genutzt, z. B. zur Signal- und Alarmgebung bei der Arbeit, oder von den Samurai im Krieg, zur Motivation der eigenen und Abschreckung der gegnerischen Truppen.

 

Die heute bekannte und populäre Form des Taikospiels in der Gruppe ist noch relativ jung. 1951 kam erstmals der japanische Jazz-Schlagzeuger Daihachi Oguchi auf die Idee, statt des bis dahin vorherrschenden Solo-Spiels Taiko in einer Gruppe zu spielen, mit einer einheitlichen Choreographie und aufeinander abgestimmten Teilen für die einzelnen Taiko-Trommeln: die kleine, hellklingende Shime-Daiko spielt den Grundrhythmus, die große O-Daiko mit ihrem durchdringenden Bass setzt die Akzente, die mittelgroßen Nagado-Daikos spielen das eigentliche Stück. Diese 1951 entwickelte Form ist die Grundlage für das gesamte heute moderne Taiko, und nennt sich "Kumi-Daiko". Kumi bedeutet Gruppe, Mannschaft.

 

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Weltweit populär wurde das Taikospiel durch Gruppen wie Ondekoza (1969) und vor allem Kodo (1981), die zahlreiche Welttourneen absolviert haben. Weitere durch Fernsehauftritte sowie Konzertreisen in Deutschland bekannte Gruppen sind z. B. Tao, Gocco und Yamato. Die beiden erstgenannten spielen dabei einen eher traditionellen Stil, die drei letztgenannten haben auch zahlreiche moderne Showeffekte in ihre Vorstellungen integriert.

 

Die Taiko, eines der ältesten Instrumente Japans, fasziniert mit ihrem durchdringenden Bass und der kraftvollen Art des Spielens. Mit "Taiko spielen" verbinden sich einerseits Begriffe wie Kraft, Ausdauer, Dynamik und Rhythmus. Auf der anderen Seite steht Taiko aber auch für Gemeinschaft, Harmonie, Geduld, Toleranz und Gleichklang. Musik und Sport verschmelzen. Das Schlagen auf die großen Trommeln erzeugt eine enorme Energie, die man spürt und den Körper vibrieren lässt. Die tiefen, basserfüllten Töne gehen jedem unter die Haut und haben mit ihren tiefenwirksamen Schwingungen auch eine ausgeprägte Wirkung auf unsere Gefühlswelt.

 

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